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Die scheinbar schnell verdiente Maklerprovision

Maklerprovision gerechtfertigt

Der Beruf des Maklers hat für Außenstehende immer etwas Unwirkliches. Da wirbt er mit der Vermittlung von Kauf- oder Mietimmobilien und binnen kurzer Zeit ist ein Käufer oder Mieter gefunden, der dann für die Vermittlung einen nicht unerheblichen Betrag, auch Courtage genannt, an den Makler zu entrichten hat. Diese Haltung wird noch durch diverse Doku-Formate im Fernsehen befeuert, in denen Makler nach zwei oder drei Besichtigungsterminen einen Vermittlungserfolg verbuchen können und so scheinbar schnell viel Geld durch die Maklerprovision verdienen können.

Der Alltag eines Maklers

Dabei stellt sich der Alltag eines Maklers in der Realität ganz anders dar. Sicher, Geld verdienen lässt sich mit der Vermittlung von Immobilien ganz bestimmt. Auch viel Geld kann mitunter für einen Abschluss verdient werden. Aber ist das der Alltag? Mitnichten.

Gerade wenn ein Makler seine berufliche Laufbahn startet, ist es oftmals ein hartes Brot, an Aufträge zu kommen. Da heißt es ähnlich wie im Versicherungsgeschäft Klinken putzen und auch einmal die eine oder andere Enttäuschung zu verkraften, wenn das Objekt, für das man sich ins Zeug gelegt hat, dann doch von einem anderen Makler vermarktet wird.

Nicht immer so wie im TV

Aber auch sonst unterscheidet sich der Alltag eines Maklers doch ganz entschieden von den Doku-Sendungen im Fernsehen. Denn bevor eine Immobilie überhaupt besichtigt werden kann, muss ein beabsichtigter Verkauf bzw. Vermietung erst einmal bekannt gemacht werden. Das geschieht durch Inserate in Zeitungen, auf der maklereigenen Homepage und in Immobilienportalen im Internet.

Auch ist es keinesfalls selbstverständlich, dass ein Makler immer nur schicke und teure Objekte zur Vermittlung erhält. Ist die Immobilie in einem eher schlechten, bzw. renovierungsbedürftigen Zustand, dann darf der Makler den Interessenten das zwar nicht verschweigen, sofern diese das nicht selbst sehen. Aber er muss, um den besten Preis zu erzielen, auch die Mängel schönreden, in dem er beispielsweise sagt: „Mit ein wenig handwerklichem Geschick lässt sich aus der Wohnung ein Traumobjekt machen.“

Mehrere Besichtigungstermine

Hinzu kommt nicht selten, dass gerade bei bewohnten Objekten diese nicht immer so vorzufinden sind, dass ein Interessent gleich vor Begeisterung zuschlägt. Da kann ein Makler schon verzweifeln, wenn die gut gemeinten Ratschläge, doch wenigstens ein wenig Ordnung in die Wohnung zu bringen, so gar keine Wirkung zeigen.

Auch trifft es nur in den seltensten Fällen zu, dass ein Makler einen Schlüssel zum Objekt besitzt. Sicher, wenn der Eigentümer weit entfernt wohnt und die Immobilie zudem unbewohnt ist, überlässt der Eigentümer dem Makler sicher den Schlüssel. Ist das Objekt aber bewohnt, wird kein Bewohner, weder Mieter und schon gar nicht der Eigentümer selber, dem Makler das Recht einräumen, mit einem Schlüssel ungefragt Interessenten in das Objekt zu führen. Wobei auch hier wieder der Alltag Einzug erhält, wenn es darum geht, überhaupt Termine für eine Besichtigung abzusprechen.

Entweder kann der Bewohner nicht oder dem Interessenten passen die vorgegebenen Termine nicht. Damit der Bewohner der Immobilie nicht zu oft mit Besuchern konfrontiert wird, setzt der Makler nicht selten einen offenen Besichtigungstermin, z.B. an einem Sonntagvormittag, fest, an dem ungezwungen alle Interessierten sich das Objekt ansehen können.

Oftmals müssen solchen Terminen weitere folgen, weil ein wirklicher Interessent sich das Objekt ganz gewiss ein zweites Mal in Ruhe ansehen möchte und dann auch konkrete Nachfragen stellt. Auch hier muss der Makler dann Termine koordinieren.

Langwierige Verhandlungen

Zieht sich die Vermittlung hin und es findet sich kein wirklicher Interessent, dann sind Gespräche mit dem Eigentümer notwendig, um das weitere Vorgehen zu besprechen. In diesen Gesprächen wird nicht selten auch der Makler bzw. seine bisherige Arbeit in Frage gestellt. Vor allem dann, wenn sích über Wochen kein Erfolg einstellt. Auch hier unterscheidet sich die Realität in ganz erheblichem Maße von vermeintlichen Doku-Sendungen, in denen spätestens der dritte Interessent zubeißt; von kritischen Diskussionen zwischen Makler und Eigentümer einmal ganz zu schweigen.

Hat aber in der Folge wirklich jemand Interesse und möchte die Immobilie kaufen, dann kann es durchaus vorkommen, dass der Makler in Kaufpreisverhandlungen mit dem Eigentümer treten muss, weil nicht selten am Preis gefeilscht wird. Kommen auch hier Makler, Eigentümer und Interessent zueinander, muss sich der Makler um die Kaufverträge kümmern.

Das bedeutet konkret, die ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen müssen einem Notar übergeben werden, der dann einen Vorvertrag entwirft und den Kaufparteien zugehen lässt. Der Makler hat zu diesem Zeitpunkt seine Vermittlungstätigkeit getan und koordiniert zwischen den Parteien lediglich noch den Beurkundungstermin beim Notar. Ist die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt, erhält der Makler die ihm nach dem Kaufpreis zustehende Courtage.

(Kein) leicht verdientes Geld

So ist die vermeintlich schnell verdiente Maklerprovision im Grunde genommen eine Mär. Die Tätigkeit eines Maklers beschränkt sich insofern also nicht nur auf die Besichtigung und der Tatsache, dass ein Objekt binnen kurzer Zeit auch vermittelt wird. Es ist zuweilen ein tatsächlich hartes Stück Arbeit und der Makler ist gut beraten, bei einem so genannten Ladenhüter nicht die Nerven zu verlieren, sondern immer in gutem Kontakt mit dem Eigentümer zu stehen und mit diesem zusammen nach neuen Wegen zu suchen.

Ich möchte noch erwähnen, dass es auch in dieser Branche „Schwarze Schafe“ gibt, die für ihre Leistungen bei der Vermittlung eigentlich gar kein Geld/keine Provision bekommen sollten. Aber hier reguliert sich der Markt irgendwann hoffentlich von selber

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