Energetisches Bauen
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Hohe Anforderungen an moderne Baustoffe

Baustoffe

Hölzer, Lehm, Natursteine – seit tausenden von Jahren verwenden Menschen bestimmte Stoffe zur Errichtung von Häusern, Bauwerken oder Wegen. Natürlich haben sich die Baustoffe im Lauf der Zeit verändert.

Stahl und Zement spielen im Gebäude- wie im Infrastrukturbau inzwischen eine entscheidende Rolle. Mengenmäßig überwiegen heute die sogenannten Massenrohstoffe wie Sand, Schotter, Kalk und daraus produzierte Sekundärrohstoffe wie Zement, Beton, Glas oder Kunststoffe. 
 
Die Herausforderungen an die Baustoffe sind vielfältig. „Trag- und Verarbeitungsfähigkeit sind ebenso wichtig wie Belastbarkeit und Umweltverträglichkeit“, sagt Tobias Tahmann, Bauunternehmer in Berlin. Gerade in Städten wie Berlin, die über eine hohe Altbausubstanz verfügen, spielt die zeitgemäße Energieeffizienz der Gebäude bei gleichzeitiger Erhaltung der historischen Bausubstanz eine große Rolle. Keine Frage, dass der Erhalt des historischen Erscheinungsbildes beim Einsatz moderner Isolierstoffe entsprechend berücksichtigt werden muss. 
 
Überhaupt ist es in den letzten Jahren zu einer Vielzahl von Neuerungen beim Steinhausbau gekommen. „Dabei hat der Ytongstein den klassischen Ziegel immer mehr ersetzt“, so Tahmann. Ytong ist ein Porenbeton, der üblicherweise aus Sand, Kalk, Zement und Wasser hergestellt wird und somit vollkommen aus mineralischen und natürlichen Rohstoffen besteht. Die Vorteile dieses Steins liegen in der besseren Dämmwirkung, im wirksameren Schallschutz, in der guten Wärmespeicherfähigkeit und in der leichten Verarbeitung. Darüber hinaus können Leerrohrkanäle für Strom, Wasser, Gas bereits vorgefertigt werden, was wiederum zur Kostenreduktion beiträgt. 
 
Ebenso gibt es im Innenausbau innovative Baustoffe, die zunehmend Beachtung finden. So wurde in den letzten Jahren Beton entwickelt, der zu einem gewissen Grad lichtdurchlässig ist. Dieser Baustoff besteht aus einer Mischung aus Beton und Glasfasern, wobei letzteres die gewünschte Lichtleitfunktion besitzt. Auf diese Weise wird es möglich, Umrisse von Menschen, Gegenständen und sogar Farben vom Nebenraum erkennbar zu machen. Die Option des gedämmten Lichtes kann etwa bei Treppenstufen oder Küchentrennwänden Verwendung finden. Dies wiederum spart Stromkosten und ermöglicht ein anderes Licht-Wohngefühl bei guten Wärmedämmeigenschaften sowie hoher Stabilität. 
 
Überhaupt wird Beton im Massivbau gerne eingesetzt. Gründe sind guter Schall- und Brandschutz sowie Natürlichkeit. Zudem ist er ein günstiger Baustoff, der sich beliebig an die gestellten Anforderungen anpasst. Durch Beimischungen ist es sogar möglich einen wasserfesten Baustoff zu bekommen, der sich im Massivhaus für Keller in gefährdeten Gebieten eignet.  
 
Voraussetzung für Beton ist nach wie vor Zement als Bindemittel. Die besonders hohe Festigkeit macht Zement dabei zu einem Bindestoff, der den hohen Anforderungen in nahezu allen Baubereichen genügt. Entsprechend der hohen Nachfrage stellen die Zementwerke jährlich fast drei Milliarden Tonnen dieses Bindemittels her. „Dabei emittieren sie jährlich etwa ebenso drei Milliarden Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid“, heißt es beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Ein wesentlicher Teil der Forschung konzentriert sich deshalb auf die Umweltverträglichkeit von Zement und seiner Herstellung. Gerade das KIT hat mit seinen umwelt- und ressourcenschonenden Zement-Innovationen in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht und dafür unter anderem den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) gewonnen. 

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