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Eigenleistung am Bau sinnvoll?

Eigenleistung bei der Hausrenovierung

„Das wird teuer…“ Ein Stoßseufzer, den viele private Bauherren kennen – und nicht selten ausstoßen. Kein Wunder, dass angesichts permanent steigender Baukosten immer mehr Häuslebauer auf Eigenleistung, die sogenannte Muskelhypothek, setzen um Geld zu sparen.

Aber Vorsicht, nicht alle Arbeiten am Bau eignen sich zur Selbsthilfe. „Wer selbst Hand anlegen will, braucht nicht nur gewisse Fachkenntnisse“, sagt Tobias Hamboch, Bauhandwerker aus Berlin, „Er sollte auch eine Menge Zeit mitbringen.“ Verfügt man über beides nicht, kann es passieren, dass der Ablauf des Baus stark verzögert wird und im Extremfall zusätzliche Kosten entstehen.

Die Zeit spielt eine sehr große Rolle

„Bedenken muss man immer den Faktor Zeit“, meint auch Immobilienexperte Jörg Hausmann. „Der private Bauherr führt die Gewerke ja in der Regel nicht zur Hauptarbeitszeit aus, sondern nach seiner regulären Arbeit. Sehr oft muss man sich dafür sogar ganze Urlaube nehmen.“

Welche Gewerke aber eignen sich überhaupt zur Eigenleistung und welche sollte man lieber dem Fachmann überlassen? Hamboch: „In der Regeln kann man vor allem Maler- und Tapezierarbeiten gut selbst ausführen. Nicht nur, dass sich hier 60 bis 80 Prozent Kosten sparen lassen. Auch ist der Termindruck nicht so groß, da das Haus ja bereits gebaut ist und man sich mit anderen Baugewerken so kaum in die Quere kommt.“

Nach Angaben des Verbandes Privater Bauherren e.V. (VPB/Berlin) schlagen Malern und Tapezieren bei einem normalen Einfamilienhaus mit 125 bis 190 Stunden zu Buche. Ein Fachbetrieb würde dafür mehrere tausend Euro berechnen. „Und auch der Einbau der Fußbodenbeläge lohnt sich“, heißt es beim VPB. „Realistische Handwerker müssten dafür zwischen 40 und 90 Stunden veranschlagen.“ Und wer sich mehr zutraut, der kann selbst Fliesen verlegen. Hier braucht ein Handwerker im herkömmlichen Reihenhaus rund 100 Stunden.

Ausbau in Eigenleistung sinnvoll?

Vorsicht ist dagegen beim Trockenbau geboten. „Tätigkeiten im Trockenbau können die Baukosten zwar nochmals deutlich reduzieren“, so Tobias Hamboch. „Hier muss man aber bedenken, dass diese sehr arbeitsintensiv sind.“ Häufig brauchen Laien dafür wesentlich mehr Zeit als ein geübter Fachmann. Abgesehen davon benötigt man für Trockenbau-Arbeiten auch spezielle Werkzeuge, die man erst einmal beschaffen muss. Insofern sollte man sich an Arbeiten rund um Rohbau und Putz nur herantrauen, wenn man über Erfahrung und ausreichende zeitliche Kapazitäten verfügt. Ähnliches gilt für Fenster und Türen. Für geübte Heimwerker sind sie sicher kein Problem. Hamboch: „Allerdings sollten diese Tätigkeiten unbedingt fachgerecht durchgeführt werden.“

Vieles lässt sich beim Hausbau also durchaus in Eigenregie fertigen. Allerdings gibt es Gewerke, die man auf jeden Fall dem Profi überlassen sollte. Hier nennen Experten übereinstimmend vor allem Heizungs- und Sanitär- sowie Elektroinstallationen. Aber auch bei der Endreinigung, die kurz vor dem Einzug ansteht, kann man durchaus den Profis überlassen. Wie das alles funktioniert, kann man beispielsweise unter www.bueroreinigung-hamburg24.de nachlesen.

Auf den entsprechenden Versicherungsschutz achten

Übrigens: Wer selbst baut, vor allem mit Bekannten und Verwandten, der muss sich dafür versichern. „Bei Arbeitsunfällen haben Privatleute, die in eigener Sache auf der Baustelle tätig sind, keinen Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung“, warnt der VPB. Hier ist eine Bauhelferversicherung sinnvoll. Sie ist dann lohnend und empfehlenswert, gerade wenn der Bau zu einem großen Teil durch Eigenleistung verrichtet wird und dabei Freunde und Verwandte beteiligt sind. Je nach Umfang der Hilfe variiert auch der Beitragssatz. Berechnungsgrundlage sind dabei geleistete Arbeitsstunden.

Hilfe vom Sachverständigen zweckmäßig

Generell empfehlen Bauexperten vor der konkreten Planung von Eigenleistungen unbedingt Rat von einem Sachverständigen einzuholen. Dabei sollte man auch bereits vor Vertragsabschluss mit dem Bauunternehmen und mit Hilfe eines Bausachverständigen genau auflisten, was man an Eigenleistung erbringt. Diese Wünsche müssen dann genau mit dem Anbieter abgestimmt und im Vertrag detailliert festgelegt werden. „Dabei sollten die Vertragspartner insbesondere die Schnittstellen zwischen Fremd- und Eigenleistungen exakt definieren, und zwar in organisatorischer wie auch zeitlicher Hinsicht“, rät der VPB.

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