Energetisches Bauen
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Wohngesundheit geht jeden an

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Keine Frage, Wohngesundheit ist ein Gebot der Stunde. „Besonders wenn Kinder im Haus wohnen, muss man ganz besonders auf Schadstoffe im Wohnumfeld achten“, sagt Dr. Marion Obentraut, HNO-Ärztin in Potsdam.

„Insbesondere Kinder reagieren empfindlich auf Belastungen der Raumluft.“ Leider merkt man in vielen Häusern und Wohnungen schon am Geruch, dass Wohngesundheit beim Bauen oder Renovieren, wenn überhaupt, nur eine geringe keine Rolle gespielt haben.

Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Schwindel, Hautausschläge, Asthma – die Liste der Krankheitssymptome, die durch Schadstoffe im Haus verursacht werden können, ist lang. Sie dünsten aus Wänden und Böden aus oder stecken in Möbeln. Aber ist die Raumluft erst einmal belastet, werden Ursachen-Forschung und Bereinigung zur schwierigen Detektivarbeit. Wichtig für ein wohngesundes Haus ist deshalb die richtige Baustoffwahl, damit Schadstoffe erst gar nicht ins Haus gelangen. Wer gesund bauen und wohnen will, sollte sich von vorn herein selbst um die Auswahl der Materialien und Baustoffe kümmern. Für die meisten Bereiche gibt es bereits wohngesunde Alternativen, die gesundheitlich unbedenklich sind und Bauherren trotzdem alle Freiheiten beim Hausbau lassen. Zertifizierte, emissionsarme Baustoffe, geschulte Handwerker, Planer und Experten für gesundes Bauen finden Bauherren zum Beispiel im „Sentinel Bauverzeichnis“.

„Die Wahl der richtigen Baustoffe beeinflusst entscheidend sowohl das Raumklima, als auch den Wohlfühlfaktor und die Wohngesundheit“, erklärt Winfried Mönkert, Innenausbauexperte aus Berlin. Gerade Materialien, mit denen man im direkten Kontakt steht, sollten mit Bedacht ausgewählt werden. Dabei liegt es nahe, eine Verbindung zwischen natürlichen Baustoffen und Wohngesundheit herzustellen. Viele natürliche Baustoffe sind für den wohngesunden Hausbau geeignet. Dazu zählen Kalk- oder Lehmbaustoffe, Holz-, Hanf- und andere Pflanzenfasern, Natursteine, keramische Baustoffe und tierische Produkte wie Schafwolle. Auch wirken sich natürliche Baustoffe für den Hausbau oft positiv auf das Raumklima aus.

Das gilt aber nicht ausschließlich. Mönkert: „Auch Naturbaustoffe können mit Schadstoffen belastet sein, etwa wenn sie mit Insektenschutzmittel oder anderen Chemikalien wie Holzschutzmitteln bearbeitet wurden. „Auf der sicheren Seite sind Bauherren mit zertifiziert wohngesunden, schadstoffgeprüften und emissionsarmen Baustoffen.“ Diese helfen, das Schadstoffniveau im Haus auf ein Minimum zu senken. Allerdings gibt es für die Öko-Zertifizierung von Baustoffen bisher keine einheitlichen Regelungen. Die wichtigsten relevanten Prüfzeichen und Umweltsiegel, die Bauherren kennen sollten, sind: Blauer Engel, natureplus, Emicode, RAL-Gütezeichen sowie das EU Eco-Label. Hilfreich sind auch TÜV-Zertifikate wie das TÜV-ASG-Siegel.

Worauf sollte man besonders achten? Kleber, Öle und Lacke, Mottenschutzmittel und Fugenmassen können zum Beispiel bei Fußböden Probleme machen. Inzwischen gibt es aber bei nahezu allen Bodenbelägen emissionsarme, gesundheitsverträgliche Produkte im Handel. Ganz wichtig für ein gutes und gesundes Raumklima ist der Feuchtigkeitsausgleich zwischen Innenraumluft, Farbe, Putz und Wandkonstruktion. Atmen statt ausdünsten, lautet die Devise. Das leisten Putze und Farben auf Kalk-Basis, die sogar Schadstoffe abbauen und schimmelhemmend wirken können.

Geht es um die Dämmung des Hauses, spielt neben dem Wärmeschutz das Wohlfühlklima eine Schlüsselrolle. Eine gute Dämmung muss neben Schalldämmung auch eine gute Feuchteregulierung gewährleisten, für niedrigere Heizkosten sorgen und last but not least Schutz vor Schimmel bieten. Deshalb sollte sie unbedingt fachgerecht ausgeführt werden.

Ein behagliches Klima im Haus schaffen Bauherren mit den Klassikern der ökologischen Dämmung: Holzfaser, Hanf, Flachs oder anderen Pflanzenfasern, Schafwolle, Hanf und Seegras. Auch mineralische Dämmstoffe sind bestens geeignet. Generell sind traditionelle Baustoffe wie Lehm, Ton, Gips oder Holz mit Blick auf die Wohngesundheit zu empfehlen. Und natürlich gehört zu einem wohngesunden, schadstofffreien Haus auch die richtige Einrichtung wie etwa Vollholz- bzw. ökologische Möbel.

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