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Wissenswertes zum Thema Infrarotheizungen

Infrarotheizungen - Pixabay

Angenehmes Raumklima, gut für den menschlichen Organismus, trockene Raumwände – das klingt doch wunderbar. Mit elektrischen Infrarotheizungen, auch Wandheizung genannt, soll das Wunder wahr werden.

„Soll“, denn unabhängige Tests zu diesen Heizsystemen stehen bisher kaum zur Verfügung.

Die Funktionsweise ist relativ einfach

„Elektrische Infrarotheizungen senden elektromagnetische Wellen (Infrarotstrahlen) aus, die Energie transportieren“, erklärt Jens von Coburg, Verbraucherberater in Berlin.

„Treffen die Strahlen der Wandheizung auf feste Oberflächen, wandelt sich die Energie in Wärme um.“ Dieses Wärmestrahlungsprinzip sorgt dafür, dass die Raumluft nur wenig erwärmt wird und kaum in Bewegung gerät. Je größer die Heizfläche der Wandheizung, umso mehr Strahlung wird freigesetzt. Die Strahlen von Infrarotheizungen entsprechen der natürlichen Infrarot-Strahlung des Sonnenlichts. Sie liegen im so genannten Infrarot-C-Bereich und sind für das menschliche Auge nicht sichtbar.

Treffen die Strahlen von Infrarotheizungen auf Körper oder Gegenstände, absorbieren und reflektieren diese die Energie. Die absorbierte Energie trägt zur Erwärmung bei. Der erwärmte Körper oder Gegenstand strahlt die Energie weiter. „So findet ein steter gegenseitiger Strahlungsaustausch statt“, sagt von Coburg. „Strahlungsflächen im Wohnraum sind demnach nicht nur die Heizflächen der Wandheizung, sondern auch Wände, Decken, Möbel, Fenster, Türen und natürlich auch Mensch und Tier.“

Erhältlich sind Infrarotheizungen in verschiedenen Bauformen. Gängig sind Oberflächen aus Blech mit integrierten Heizwendeln oder stromdurchflossene Carbonfolien. Aber auch Heizungsoberflächen aus Glas, Wandbilder oder Spiegel gibt es mittlerweile im Handel. Befestigt werden die Heizungen an der Wand oder der Zimmerdecke.

Und wie sieht es mit dem Energieverbrauch aus?

„Hier ist Skepsis angebracht“, heißt es bei der Verbraucherzentrale Berlin. „Tatsächlich nachhaltig senken lässt sich der Energiebedarf nur durch energiebewusstes Verhalten, energieeffizientes Bauen und gegebenenfalls entsprechende Sanierungsmaßnahmen – auch wenn das mühsamer klingt.“ Und auch bei den Kosten sind die Verbraucherschützer kritisch.

Die Infrarot-Flächenheizung wird mit Strom betrieben, der teuersten Energieform in Deutschland. „Da die Infrarot-Heizung keinen Niedertarif nutzen kann, fallen im normalen Haushaltstarif gegenwärtig etwa 27 bis 30 Cent je Kilowattstunde an, für Gas hingegen rund sieben, für Heizöl umgerechnet etwa acht und für Holzpellets nur sechs Cent“, so die Verbraucherzentrale.

Eine Infrarotheizung beschert ihrem Besitzer also im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen zwei- bis dreimal so hohe Kosten pro Kilowattstunde. „Der Vorteil, dass Infrarotheizungen in der Anschaffung vergleichsweise niedrig sind, ist damit in kurzer Zeit wieder aufgehoben“, meinen die Verbraucherschützer. Und nicht nur das: „Vor allem in schlecht gedämmten Häusern mit hohem Heizbedarf treibt sie die Energiekosten deshalb oft in ungeahnte Höhen.“

Und auch in Punkto Klimaschutz liegt man mit einer Infrarotheizung nicht unbedingt immer richtig. Ob Infrarotheizungen umweltfreundlich sind, ist davon abhängig, mit welchem Strom sie betrieben wird. „Der klassische Strommix aus der Steckdose wird auch heute noch zu großen Teilen in Kraftwerken produziert, die fossile Brennstoffe verwerten.“, erklären die Experten von „energiewelt.de“. Sie sehen in Infrarotheizungen, die mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden, eine tatsächlich umweltfreundliche Alternative.

Hat man sich für die Installation einer Infrarotheizung entschieden, sollte man auf jeden Fall auf Qualität und Sicherheit achten. „Von etablierten Herstellern kaufen“, raten die Experten. So würden einige Hersteller schon seit mehr als zehn Jahren Infrarotheizungen produzieren. dies zeuge von Beständigkeit und sei ein starker Indikator für Qualität. Last but not least: „Beraten lassen – Ein guter Heizungsberater kennt die guten Modelle.“

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